Friedrichshainer Jugendchor e.V.

Friedrichshainer Jugendchor e.V. -

Chorfahrt vom 01.06. bis 02.06.2013

„Vom Reiten einer hölzernen Kuh“

Alljährlich, so könnte man fast sagen, hat sich unser Chor wieder einmal aufgemacht, das Land zu erkunden. Um einen möglichst großen Kontrast zu schaffen und die Erlebnisse umso unvergesslicher zu gestalten, wurde dieses Jahr das schöne Örtchen Waren an der Müritz als Ziel unserer Chorfahrt ausgewählt. Allein die Fahrt dorthin stellte für viele nahezu ein Schlüsselerlebnis in ihrem Leben dar, denn so viele Kühe, Bäume und Wiesen hat bisher nur selten ein Großstädter gesehen.

 

Als endlich alle in der Jugendherberge, die direkt an der BinnenmĂĽritz liegt, angekommen waren, konnten die Zimmer bezogen werden. Bei einigen kam das GefĂĽhl auf, wieder auf einer Klassenfahrt zu sein. Nur dass kein Lehrer um die Ecke kam und einen ermahnte.

Doch natürlich ist das Hauptziel einer Chorfahrt das Proben und so begannen wir noch vor dem Mittagessen mit dem ersten Probenblock. Dieser dauerte zweieinhalb Stunden an, in denen wir fleißig für die kleine Bimmelbahn sangen die an der Müritz die Touristen von einem Ort zum anderen fährt.

Nun ging es zum Mittagessen. Es gab Kartoffelsuppe – jedenfalls war dies die offizielle Bezeichnung – und einen vegetarischen Auflauf. Über den Geschmack wollen wir uns hier nicht weiter äußern. Allerdings sei gesagt, dass sich die meisten nach dem Abendbrot sehnten.

Im Anschluss war eine Stunde Mittagspause und Einzelproben für die Solisten angesetzt. Man sieht also: es lohnt sich kein Solo zu singen. Dann hat man nämlich auch mehr Pause. Der gesamte Chor musste erst nach zwei Stunden wieder antreten. Die meisten nutzten die Zeit, indem sie die Stadt erkundeten. Sie machten sich auf in Richtung des Hafens, jedoch kamen sie nicht weit. Nach etwa hundert Metern kreuzte eine hölzerne Kuh ihren Weg. Es ist sicher offensichtlich, was ungefähr zehn Chorverrückte auf einem Ausflug machen, wenn sie eine große hölzerne Kuh erblicken. Wer sich darüber noch nie Gedanken gemacht hat, dem wollen wir auf die Sprünge helfen: Bis zu fünf dieser Sänger saßen nach gefühlten Stunden – in Wahrheit waren es wenige Minuten – auf dem Rücken dieser Kuh und posierten nahezu hemmungslos für die Kameras, welche die übrigen Anwesenden sofort zückten. Anschließend gab es zur Belohnung für alle eine Kugel Eis am Hafen, welcher später doch erreicht wurde.

Der arme Arne, unser lieber Chorleiter, begleitete in der Zeit unsere Solisten und bekam von dem Abenteuer leider nichts mit. Um 15 Uhr präsentierte der Chor ihm dann noch seine Versionen von „Listen to the rain“ und den anderen Liedern und er versuchte uns seine Vorstellungen nahe zu bringen. Gegen 17:30 Uhr gaben dann beide Parteien ihr Vorhaben auf und es wurde zum Abendessen an den Grill gerufen. Zum Abend saßen wir alle zusammen am Feuer, aßen Knüppelbrot und versuchten aus wenigen Gitarrenakkorden und Textunsicherheiten Kunst zu schaffen. Mit der Zeit wurden wir auch immer besser und verloren uns in unserer Kunstschaffung, sodass um Punkt 22 Uhr der Sicherheitsdienst uns freundlich an die Uhrzeit und die Nachtruhe erinnerte. Ab diesem Zeitpunkt blieben wir der Musik fern. Dies hatte zur Folge, dass sich immer mehr der Wärme des Feuers entzogen und Schutz in der Herberge suchten. Nur ein paar Hartgesottene blieben am Feuer und schürten die Glut mit dem wenigen uns überlassenen Holz. Zu fortgeschrittener Stunde begaben sich dann aber auch die restlichen zu Bett, allerdings auch erst nach einem kleinen Spaziergang an der Müritz entlang.

Der nächste Morgen folgte dann viel zu schnell. Die ersten Proben begannen bereits um 9 Uhr. Beim Frühstück gaben sich die meisten von uns aber sehr munter. Auch in der anschließenden und abschließenden Chorprobe blieb dieses Bild erhalten.

Mit schönen Erinnerungen und brennender Vorfreude auf den kommenden Auftritt in Schmolde, zu dem wir uns nach unserer Abreise begaben, verließen wir die Jugendherberge, das schöne Waren an der Müritz und die wunderschöne, große, hölzerne Kuh.

Liebe Kuh, wir vermissen dich!

Kategorie: Bei den Proben